Pflegegrad beantragen: Schritt für Schritt

Der Pflegegrad ist die Grundlage für fast alle Leistungen der Pflegeversicherung. Mit dieser Anleitung beantragen Sie ihn in wenigen Schritten.
1. Antrag bei der Pflegekasse stellen
Ein formloser Anruf oder ein kurzes Schreiben an die Pflegekasse (sitzt bei Ihrer Krankenkasse) genügt. Wichtig: Das Datum zählt – Leistungen gibt es ab Antragsmonat.
2. Pflegetagebuch führen

Dokumentieren Sie ein bis zwei Wochen lang den Hilfebedarf. Das hilft bei der Begutachtung.
3. MD-Begutachtung
Der Medizinische Dienst (MD) prüft die Selbstständigkeit in sechs Modulen. Daraus ergibt sich der Pflegegrad 1 bis 5.
4. Bescheid und Leistungen
Nach dem Bescheid stehen Ihnen Pflegegeld, Pflegesachleistungen und weitere Hilfen zu. Welche das sind, lesen Sie unter Was zahlt die Pflegekasse?
So bereiten Sie sich auf die Begutachtung vor
Der Begutachtungstermin entscheidet über den Pflegegrad – und damit über viel Geld. Bereiten Sie ihn gut vor: Legen Sie Arztberichte, Medikamentenpläne und das Pflegetagebuch bereit. Sorgen Sie dafür, dass eine vertraute Person dabei ist, die den Alltag realistisch schildern kann. Der häufigste Fehler ist, sich beim Termin „zusammenzureißen" und Probleme herunterzuspielen – schildern Sie den Hilfebedarf ehrlich und an einem typischen, nicht an einem besonders guten Tag. Eine erste Orientierung, welcher Pflegegrad realistisch ist, gibt unser Pflegegrad-Rechner.
Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?
Ein abgelehnter oder zu niedriger Bescheid ist kein Endurteil. Sie haben einen Monat Zeit, schriftlich Widerspruch einzulegen – und das ist häufig erfolgreich. Wie Sie dabei vorgehen, erklärt der Ratgeber Pflegegrad abgelehnt? So legen Sie Widerspruch ein. Steigt der Bedarf später, lohnt ein Höherstufungsantrag.
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